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Erfolgsgeschichten

Alleine joggen
Ich bin leidenschaftliche Joggerin. Meistes laufe ich alleine an der Wupper und im Wald. Öfter bekomme ich zu hören, das sei doch gefährlich..... Ich fühle mich wohl und bin aufmerksam.

An einem späten Vormittag war ich wieder Richtung Wupper unterwegs. Der Weg führt auf der einen Seite an Schrebergärten, auf der anderen an Feldern vorbei; Häuser und Strassen sind ein gutes Stück entfernt.

Ich hörte hinter mir ein schnelles Fahrrad kommen. Damit es vorbei fahren konnte, machte ich Platz und lief rechts am Weg weiter. Das Fahrrad fuhr nicht vorbei. Beunruhigt schaute ich im Laufen über meine linke Schulter, konnte aber kein Fahrrad sehen. Ich hörte und spürte aber weiterhin das Fahrrad hinter mir.

Weil ich mich nicht mehr aufs Laufen konzentrieren konnte, wurde ich ziemlich sauer. Ich nahm meinen ganzen Mut zusammen und blieb stehen. Ich drehte ich mich nach links hinten und schaute einem Mann, ca. 55, ins Gesicht. Bevor dieser etwas sagen konnte, sagte ich mit lauter Stimme: "Weiterfahren!". Dabei zeigte mein Arm ihm den Weg weiter geradeaus. 3 sec. vergingen, nichts passierte. Ich wiederholte meinen Befehl nebst Geste. Der Mann schien etwas perplex, machte dann aber den Mund auf und fragte: "Ich wollte nur wissen, ob das was bringt?"

Ich hörte die Frage und war kurzfristig irritiert. Was wollte der Mann??? Dann konnte ich mich wieder auf das konzentrieren, was ich fühlte. Ich wollte mich mit diesem Mann nicht übers Laufen unterhalten, ich war ziemlich sauer, hier zu stehen und von ihm aufgehalten zu werden. Ich setzte erneut an und wiederholte mit Stimme und Geste meinen Befehl, diesmal 2x hintereinander: "Weiterfahren, weiterfahren!". Leider passierte immer noch nichts. Der Mann machte keine Anstalten, weiterzufahren und mich in Ruhe zu lassen, sondern grinste mich an.

Mir wurde es in meiner Position ganz mulmig; ich hatte das Gefühl, jetzt läuft alles auf einen Machtkampf hinaus. Erneut setzte der Mann an, etwas zu sagen. Ich wollte nichts mehr hören und beschloss, wenn der nicht weiterfährt, dann laufe ich weiter. Also setzte ich mich wieder in Bewegung. Auch der Mann stieg auf sein Fahrrad und fuhr weiter, dabei überholte er mich und sagte im Vorbeifahren: "Sie dürfen jetzt weiterlaufen!". Ich versuchte, diese Bemerkung zu ignorieren, was mir aber nicht ganz gelang. Er wurde mit seinem Fahrrad wieder schneller und ich rief dem Davonfahrendem hinterher: "Verpiss Dich!!!". Meine Beine flatterten und mein Herz raste.

Weg war er. Das Ganze hat wohl 2 - 3 Min. gedauert, mich aber noch den restlichen Lauf und noch Tage hinterher beschäftigt. Sofort, nachdem sich die Situation aufgelöst hatte, schossen mir viele Gedanken durch den Kopf: - Bin ich dem Mann gegenüber nicht zu unfreundlich gewesen? - Wollte der sich nur übers Laufen unterhalten? - Lauert der mir gleich hinterm Tunnel auf, durch den ich noch muss? - Was passiert, wenn ich den noch mal sehe?. All diese Fragen gingen mir beim Weiterlaufen durch den Kopf, aber auch mögliche Antworten: - Für die Situation habe ich nicht unfreundlich, sondern angemessen reagiert! - Es ist nicht normal, das ein Fahrradfahrer hinter einem herfährt und sich in keiner Weise bemerkbar macht (z.B. Hallo, darf ich Sie mal was fragen?). - Ich wollte mich mit ihm nicht übers Laufen unterhalten. - Wenn der hinterm Tunnel ist oder sonst wo im Wald, kann ich alle körperlichen Techniken ausprobieren, die ich kenne! - Wenn ich ihn noch mal sehe, dann gucke ich ihn direkt an und sage nichts! Ich habe den Lauf nach einer Stunde beendet, ohne dem Mann nochmals zu begegnen.
Danach ist mir der Mann immer mal wieder begegnet, hat aber sofort weggeguckt, sobald ich Blickkontakt hergestellt habe. Ich laufe auch weiterhin gerne alleine meine Runden.

Petra, 38

 

"Playgirl"
Als ich 16 war, traf sich unsere Clique jeden Tag in einem Kellerraum, den wir uns mit Möbeln vom Sperrmüll eingerichtet hatten. Eines Tages hatten die Jungs Nacktfotos von Frauen aus "Männermagazinen" ausgeschnitten und die Wände damit geschmückt. Besonders lustig fanden sie, dass sie auf jedes Bild den Namen eines der Mädchen aus der Clique geschrieben hatten.

Wir Mädchen fanden das allerdings gar nicht komisch und regten uns ziemlich darüber auf. Die Jungs ließ das allerdings kalt, sie reagierten gar nicht darauf. Für sie war es selbstverständlich, sich mit nackten Frauenkörpern zu umgeben. Sie konnten gar nicht verstehen, warum wir uns darüber so aufregen konnten.

Wir merkten, dass es keinen Zweck hatte, darauf zu hoffen, dass die Jungs uns verstehen würden. Wir mussten uns schon etwas anderes einfallen lassen. Ich hatte auch schon eine gute Idee: ich bin mit meiner Freundin zum Hauptbahnhof gefahren, um da eine Ausgabe des "Playgirl" zu kaufen. (Zu der Zeit gab es "Playgirl" nur dort, und außerdem nur in englisch, aber das war ja egal, uns ging es ja um die Bilder.) Wir haben dann die nackten Männer ausgeschnitten und die Namen der Jungs aus der Clique dazugeschrieben. Natürlich nicht ohne darauf zu achten, dass eine gewisse Ähnlichkeit vorhanden war. Unsere Werke hängten wir dann zu den anderen Bildern.

Die Jungs waren ganz und gar nicht begeistert und einen Tag später waren alle Bilder verschwunden, die mit den Männern und auch die mit den Frauen. Wir Mädchen fühlten uns als Siegerinnen.

Claudia, 30
(aus: Knallhart, aber wahr!; Geschichten von Frauen, die die Welt verändern)


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